Restaurierung der Schmiede


Nachdem im Sommer 2001 ein Vertrag zwischen Friedel Fascher und dem Heimatverein abgeschlossen war, dauerte es noch einige Zeit bevor die Arbeiten zur Restaurierung der Schmiede richtig begannen.
Zunächst wurden ein Fundament für den wieder zu errichtenden Schornstein gegossen und alte Klinkersteine besorgt, dann begann der Aufbau des Schornsteins für die alte Esse.

Danach begann 2004 die intensive Phase der Restaurierung.

Zuerst wurden die Dachbodenbretter verlegt. Der Blasebalg stellte für uns eine besondere Herausforderung dar. Die Funktionsweise musste geklärt werden. Mit einer Seilwinde wurde er nach oben gezogen. Wir waren stolz, als oben die Rohre und Hebel angeschlossen waren und alles  funktionierte.

Die älteste erhaltene Wand musste mit Lehmmörtel ausgebessert werden. Das Anrühren hat Spaß gemacht. Anschließend wurde er mit Schwung an die Wand geklatscht und verstrichen. Mit der richtigen Feuchtigkeit gelang es immer besser.

In einer Skizze wurden die Maße der Esse festgehalten. Anschließend die T- und Winkeleisen zugeschnitten. Das Schweißen des Rahmens  der Esse folgte.

Die Schamottesteine mussten angepasst werden, bevor sie um die Feuerstelle eingefügt werden konnten.

Zum Ausmauern der Esse hatten wir uns alte Klinkersteine besorgt. So sollte der ursprüngliche Charakter erhalten werden. Wir schafften es auch ohne gelernten Maurer.

Das Entrosten der Maschinen, Zangen, Hämmer, Gesenke und aller anderen Werkzeuge dauerte erheblich länger als wir gedacht hatten.
Es waren einfach zu viele Einzelteile, die vom Rost befreit werden mussten. Vor allem die handbetriebene Ständerbohrmaschine machte viel Arbeit. Meist arbeiteten wir mit rotierenden Drahtbürsten, die in elektrische Handbohrmaschinen eingespannt waren.

Die Elektrik musste im Wesentlichen neu installiert werden. Aus Sicherheitsgründen bauten wir moderne Schalteinrichtungen ein. Natürlich sollte es nicht neu aussehen. Daher fertigten wir einen Schrank für Stromzähler und Sicherungen an.

Es wurde eine neue Zuleitung vom Hauszähler verlegt, ein Zwischenzähler eingebaut, die Beleuchtung des Raumes und der Werkbänke angebracht und diverse Steckdosen installiert. Der Motor für das alte Gebläse der Esse wurde angeschlossen und auf dem Boden wurden Strahler angebracht, um den Blasebalg besser sehen zu können.

Schließlich wurde der Holzfußboden rund um den Amboss erneuert. Für den kleinen Amboss wurde ein Eichenstamm entsprechend bearbeitet, um auch ihn nutzen zu können.

Vor der großen Eröffnung wurden noch diverse Werkzeuge auf Präsentationsbrettern montiert, um ihre Funktion sehen zu können.
Als kurz vor dem ersten Schmiedefest im Mai 2006 von Friedel Fascher das Schmiedefeuer mit den Vorstandsmitgliedern das erste Mal wieder brannte, hatte er Tränen in den Augen. Seine Worte dazu: „Dass ich das noch erlebe.“ Er starb im Dezember desselben Jahres.

Mit dem ersten Schmiedefest 2006 war es uns gelungen, die Schmiede möglichst authentisch und voll funktionsfähig restauriert zu haben.